Mieterfest in den Friedensberg Terrassen

Mieterfest in den Friedensberg Terrassen

Am 12. Mai fand in den Friedensberg Terrassen ein Mieterfest statt. Bei Getränken, Bratwürsten, Musik, Spiel und Spaß wurde die Fertigstellung des Neubauprojektes im Jahr 2016 gefeiert. So hat sich der Anger gleich als Veranstaltungsort bewährt und wird sicher bei vielen weiteren Gelegenheiten als Treffpunkt für die Nachbarschaft dienen!
Doch auch ein weiterer Anlass war Grund zum Feiern. Die Straße zwischen den Wohnhäusern der Friedensberg Terrassen ist nach der Künstlerin und Schriftstellerin Helene Holzman benannt. Am Tag des Mieterfestes wurde das Straßenschild enthüllt.

Wer war Helene Holzman?

Helene Holzman war Künstlerin, Schriftstellerin und Widerstandsaktivistin im 2. Weltkrieg. Ihre Werke beinhalten das Landleben und das Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur. Erst später sind Trauer aber auch Blüten Inhalt ihrer Kompositionen.csm_Helene_Holzman1_993f44b6f9

Helene Czapski wurde am 30.08.1891 in Jena geboren. Während sich ihre Mutter für die Rechte der Frau einsetzte, übernahm ihr Vater nach Ernst Abbes Tod die Leitung der Zeiss-Werke. 1917 wurden erstmals Werke von Helene Czapski ausgestellt. Fünf Jahre später heiratete sie ihren jüdischen Mann Maler Max Holzman, bekam mit ihm zwei Kinder und zog diese in Kowno (Litauen) groß. Sie erstellte nicht nur eigene Werke, sondern arbeitete auch als Zeichenlehrerin und half in der Buchhandlung ihres Mannes.

Als Deutsche mit litauischen Pass und „Halbjüdin“ war sie ab 1941 dem Terror des Holocaust ausgesetzt, dem ihr Mann und ihre ältere Tochter zum Opfer fielen. Helene Holzman und eine Gruppe befreundeter Frauen bemühten sich, möglichst viele gefährdete Kinder aus dem Ghetto zu retten.

Nach diesen tragischen Jahren fing sie wieder an zu malen. 1965 wurde es ihr erlaubt, mit ihrer Tochter in die Bundesrepublik auszureisen, wo sie ihre Erlebnisse während des Naziregimes niederschreibt. Ihr Werk „Dies Kind soll leben: Die Aufzeichnungen der Helene Holzman, 1941-1944“ ist nach über 30 Jahren nach ihrem Tod mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet worden.

Sie überlebte Verfolgung und KZ zusammen mit ihrer Tochter Margarete und verunglückte 1968 bei einem Autounfall.

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